Rhetorica

Neuro-Didaktik heute!

Hier bekommen Sie einige wichtige Impulse, wie Sie oder Ihre Dozenten und Trainer Seminare gestalten sollten.

Viele Ansichten, zum Beispiel über bestimmte Wahrnehmungs- und Lerntypen (auditiv, visuell etc.) sind längst überholt bzw. schlicht und ergreifend falsch.
Hier kommen die aktuellen, wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse in Kurzform:

Lernen ist physisch!
Es geht um organische Wachstumsprozesse / Synapsen-Bildung und Eliminierung u.a.

Es braucht daher ausreichend Seminar-Zeit und einen guten Lern-Transfer nach dem Seminar, damit sich das Wissen nicht so schnell wieder verliert.

Mehrere Sinneskanäle anzusprechen ist gut, denn Lernen braucht Aktivierung.
Achtung! Nicht zu viele Lernerfahrungen auf einmal, weil die Gefahr der gegenseitigen Löschung besteht!

Das Gehirn ist sozial

Das Vertrauens- und Bindungshormon Oxytocin koppelt Motivation an die Qualität einer Beziehung. Die Motivationsdroge für Menschen ist der andere Mensch.

Das Kennenlernen und Gruppenarbeiten/Gruppenaustausch sind daher u.a. wichtig im Seminar.

Die Suche nach dem Sinn ist angeboren

Der Mensch lernt besser, wenn der Seminar-Inhalt für sein reales Leben Sinn ergibt und seinen Bedürfnissen und Motiven entspricht.

Neue Erkenntnisse und Erfahrungen müssen sich mit den vorhandenen Wissens- und Erfahrungsmustern verknüpfen, daher ist z.B. die Frage: „Woher kennen Sie das aus Ihrem Alltag?“ eine sehr sinnvolle Frage.

Eigene Emotionen sind wichtig!

Seminarteilnehmer sollten die Möglichkeit bekommen mit ihren tatsächlichen Emotionen in Berührung zu kommen. Das funktioniert über Erfahrungen, die die Teilnehmer im „geschützten Raum“ machen können, mit genügend Zeit und gutem Feedback.

Jeder Mensch braucht eine sogenannte „Annäherungsmotivation“ für Veränderung. Teilnehmer sollten also unbedingt herausfinden, was für Probleme sie mit Hilfe des neuen Wissens mildern und welche Ihrer Bedürfnisse dadurch befriedigt werden!

Das Gehirn verarbeitet in Teilen und als Ganzes

Stellen Sie für die Teilnehmer immer den Gesamtzusammenhang der einzelnen Seminarsequenzen her.

Bilden Sie Querbezüge zu schon bekanntem Wissen.

Halten Sie sich flexibel, was die Abläufe anbelangt!
Wir lernen, indem wir ausprobieren und Fehler machen. Sie als Dozent sollten flexibel und spontan darauf reagieren, um die Lernerfahrungen für jeden einzelnen so effektiv wie möglich zu gestalten…

Lernen ist gezielte Aufmerksamkeit und periphere Wahrnehmung (Priming)

Wir sprechen vom „Priming“ (Erreichen einer Reaktionstendenz), also über unbewusste Prozesse, die auf den Teilnehmer einwirken, wie zB die Lernumgebung, die Sprache, das WIE der Vermittlung der Inhalte, Visualisierungen etc. – machen Sie sich darüber Gedanken!

Geben Sie den Teilnehmern unbedingt auch Zeit zum unbewussten Verarbeiten der Inhalte über z.B. kreative Prozesse, weniger über bewusstes Nachdenken. Diese „Inkubationszeit“ brauchen die „assoziativen Parallelprozesse“, um ungestört zu arbeiten. Meistens sind sie dann beendet, wenn das Gefühl einer Lösung auftaucht…
Hilfreich dafür sind: Bewegungsübungen, Entspannungssequenzen, Übungen zu Körpersprache und Stimme

Mehrere Arten von Gedächtnis bedienen

Man könnte sagen: Je mehr Sinne, desto besser!
(also gerade nicht das Fokussieren auf nur einen Sinneskanal!)

Arbeiten Sie mit Skalierungen am Boden, Positionierungen im Raum – beziehen Sie die Motorik mit ein! Motorische Übungen aktivieren das episodische, prozedurale und vor allem das emotionale Gedächtnis, um Lerninhalte sinnvoll zu verankern.

Lernen ist entwicklungsabhängig

Menschen – auch im Erwachsenenalter – sind sehr unterschiedlich entwickelt. Das Thematisieren der unterschiedlichen Wahrnehmungen / „Landkarten“ der Teilnehmer hilft, den individuellen Sinn für jeden einzelnen herzustellen. Fragen Sie immer wieder mal die Erwartungen und Bedarfe ab…

Lernen braucht Herausforderung und positive Emotionen

Stress, Angst und Wut sind Lernkiller! Schaffen Sie einen stresskompensierenden Rahmen… (siehe Punkt „Priming“)

Seien Sie als Dozent/ Dozentin selbst offen und persönlich und schaffen Sie so Vertrauen. Auf diese Weise können dann auch herausfordernde Aufgaben (moderates Maß an Stress) sehr effektiv für den Lernerfolg sein. Sie werden dann als Motivatoren und nicht als Demotivationen verstanden.

Jedes Gehirn ist einzigartig!

Was ist das Selbstkonzept der Teilnehmer? Ein guter Dozent arbeitet – soweit es in einer Seminargruppe möglich ist – mit der individuellen Persönlichkeit eines jeden Teilnehmers. Was sind gelebte Erfahrungen, Stärken, Bedürfnisse und Motive des Teilnehmers?
So gelingt Lernen am erfolgreichsten.

Hier helfen natürlich kleine Seminargruppen!

 

Sprechen Sie mit uns über Ihre Train the Trainer Seminare…

Bildquelle: Fotolia

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