Rhetorica

Amy Cuddys Power Posen

„Fake it, till you make it!“ – Zum Beispiel: Tue so, als ob du dich stark fühlst, bis du es dann bist!

Kid pilot with toy jet pack against autumn sky background. Happy child playing outdoors

So fasste etwas einfach ausgedrückt in 2016 die Harvard Professorin Amy Cuddy ihre Forschungsergebnisse zusammen.
Sie behauptet, dass über eine aufrechte Haltung, genauer, über sogenannte „Power Posen“ der Hormonspiegel beeinflusst werde: Das Stresshormon Kortisol sinkt und das Hormon Testosteron steigt. Das solle souveräne Effekte auf die Rhetorik (mutiger, aktiver, selbstbewusster etc.) sowie die Risikobereitschaft haben.

Leider ist dies scheinbar nicht haltbar. Ein Team europäischer Wissenschaftler hat die Studie vergrößert und sie mit 200 statt nur 40 Probanden durchgeführt. Ergebnis: Zwar wird die eigene Wahrnehmung von Macht beeinflusst, nicht aber die Risikobereitschaft! Und auch bei den Hormonen passiert nichts. (Psychologie Heute 11/2016, Artikel: Brust raus!, Klaus Wilhelm)

Dennoch ist das Forschungsfeld des „Embodiment“ aktueller denn je und auch gar nicht neu! Es gibt viele seriöse Forschungsergebnisse darüber, wie stark der Körper (Psychosomatik/Somatopsychologie) auch den „inneren Film“ (Denken & Fühlen) bestimmt. Und damit auch die Motivation. Das „Bodyfeedback“ (somatische Marker) wird zum Beispiel im Ansatz des Zürcher Ressourcen Modells als Faktor zur Selbststeuerung genutzt.

Lächle ich weil ich glücklich bin ? – Oder bin ich glücklich weil ich lächle ?
Es stimmt nach wie vor beides!

Wir lernen in jedem Fall von Amy Cuddy, bei wissenschaftlichen Studien wieder einmal sehr genau hinzuschauen.

Bildquelle Fotolia

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.